Wasserschaden in Dusche oder Bad?

Wasserschaden sanieren, aber bitte richtig!

Autor: Reto Hänni

Wasserschaden
falsch ausgebildeter Dichtanschluss

Der neue boomende Markt
Der neue boomende Markt ist die Sanierung von Wasserschäden in den Nasszellen wie Bad oder Dusche. Nicht selten sind Nasszellen nach wenigen Jahren gezwungenermassen schon baufällig. Abgelöste Wandplatten, Wasser im Unterlagsboden, Duschenabdichtungen, die eben nicht mehr dicht sind. Wasseraustritte um die Duschrinnen, durchnässte Unterkonstruktionen, Gipsplatten, die verfault sind, Holzunterkonstruktionen, die schon schimmlig sind. Die meisten solcher Schäden sind zurückzuführen auf unsorgfältiges Arbeiten während der Bauphase. Hinzu kommt, das nicht einhalten von Normen. Planerische Fehler oder nicht lösbare Details bei der Ausführung. Sobald die ersten Anzeichen auf ein Wasserschaden da sind, fängt die grosse Suche nach dem Leck an.

Zermürbende Trocknungsarbeiten und anschliessende Pflästerli-Politik in Bezug auf die Reparaturen bringen so manchen Bauherrn an die eigenen Grenzen. Nicht selten treten die Wasserschäden noch während der Garantiezeit auf. Leider wird natürlich meistens versucht, den Schaden notdürftig und mit möglichst geringen Kosten für den verursachenden Unternehmer zu flicken. Was dann bedeutet, dass der nächste Schaden vorprogrammiert ist. Viele Unternehmer und Generalunternehmen versuchen sich so natürlich über die 5 jährige Garantiezeit „zu retten“. Nach Ablauf der 5 Jahren ist dann „Hände hoch“ angesagt, Garantie abgelaufen. So sitzt der Eigentümer auf den Kosten, die meistens recht hoch sind. Das auch der Frustfaktor der Eigentümer recht hoch ist, ist natürlich verständlich.

Der grösste Verursacher für Wasserschäden
Im Moment der grösste Verursacher für Wasserschäden sind die Abdichtungen in begehbaren Duschen und da speziell der Abdichtungs-Anschluss an die Duschrinne. Bilder des Grauens kommen da oft zum Vorschein. Natürlich ist der Plattenleger kein ausgebildeter Abdichtungsfachmann, trotzdem werden die Arbeiten am häufigsten von Nichtfachmännern ausgeführt. Hinzu kommt noch die Flut von verschiedenen Rinnensystemen und gleichzeitig auch die damit verbundenen Herausforderungen an die Abdichtungsproblematik. Duschen Abdichtungen fallen unter SIA Norm 271, darin wird die Anforderung an die Abdichtung genau beschrieben. Leider wird das sehr wenig beachtet. Geklebte Dichtbänder auf Rinnensysteme sind der Garant für einen Wasserschaden. Lassen Sie nur wirkliche Fachmänner an diese heiklen Arbeiten ran.

Wasserschadenhäufigkeit Nummer 2
Wasserschadenhäufigkeit Nummer 2 in Bad oder Dusche ist die mangelnde Abdichtung im Spritzwasserbereich an den Wänden. Die Schwierigkeit liegt hier sicher nicht auf der Fläche, sondern an den Anschlussdetails. Besonders bei sogenannten Durchdringungen wird zu wenig Wert respektive Augenmerk darauf gelegt. Durchdringungen sind die Stellen, wo zum Beispiel die Wasserleitung durch die Abdichtung aus der Wand tritt. Wichtig ist hier, dass die herausstehenden Rohre genug lang sind, damit eine Manschette montiert werden kann. Diese Manschette muss das Rohr sauber umschliessen, damit da kein Wasser dem Rohr entlang in den Untergrund treten kann. Bei abschliessender Endmontage ist es wichtig, dass diese Manschette nicht mehr beschädigt oder abgelöst wird. Der Sanitär muss darauf achten, dass er zusätzlich auch noch die Stelle mit Silikon füllt. Das gehört zu den Pflichten des Sanitäters, gemäss Merkblatt SPV SGMV. Stimmt da ein Puzzleteil nicht, kommt es zum gefürchteten Wasserschaden.

Feuchtigkeit um Rinne kann durch verschiedene Messmethoden lokalisiert werden

Wasseranschluss mit abgerissener
Dichtmanschette

Silikonfugen und Zementfugen
Bei älteren Liegenschaften treffe ich auf ein anderes Problem. Im Zusammenhang mit Wasserschäden finden die Silikonfugen und Zementfugen zu wenig Beachtung. Ausgeschwemmte Zementfugen und oder abgerissene Silikonfugen lassen das Wasser ungehindert in den Untergrund eindringen. Diese Fugen sollten nicht ausser Acht gelassen werden und schadhafte Stellen sofort repariert werden. Dies ist meistens bei älteren Liegenschaften das Problem, da damals das Abdichten des Spritzwasserbereiches nicht erstellt wurde. Die Thematik der Wandabdichtungen kam erst auf, als die Untergründe vermehrt mit gipshaltigen Produkten ausgeführt wurden.

Wasserschaden in Bad oder Dusche, unangenehm, aufwändig, teuer.
Mein Rat: lassen Sie den Spezialisten ran, keine Pflästerli- Reparaturen, lieber nochmals aber dafür Richtig.

2017-12-05T14:39:55+00:00 5 Dezember, 2017|Fachbeiträge|